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Der Afrikanische Zwergsiebenschläfer

(Graphiurus sp.)

auch Bilch oder Pinselschwanz genannt

 

 

Auf dieser Seite berichte ich über meine Erfahrungen mit dem Afrikanischen Zwergsiebenschläfer. Das Tier wird auch Zwergschläfer, Mausschläfer, Bilch, Pinselschwanz oder Graphiurus genannt. Im englischsprachigen Raum nennt man die Tiere "African Pygmy Dormouse". Falls man nach Informationen über diese Tiere sucht ist das sehr hilfreich. Am Ende der Seite stehen Links zu interessanten Seiten zu diesem Thema. Nun aber zu meiner Zwergsiebenschläfer Geschichte:

 

bilch-info Erfahrungsbericht:

 

1) Wie alles Anfing...

Am 04.02.2003 betrat ich eine Zoohandlung in Essen, und schweifte um die Gehege. Da ich mich seit langem für Hamster interessierte, hoffte ich, dass dort vielleicht die ein oder andere exotische Hamsterart zu finden sei. Ein Käfig schien völlig leer. Beschriftet war sie auch nicht. Auf meine Frage, ob dort vielleicht noch etwas drin sei antwortete man mir: "Ja, ein Afrikanischer Siebenschläfer". Ich war überrrascht. Ein  solches Tier kannte ich nur vom Namen. Der Zoohändler durcsuchte vorsichtig die Käfigeinstreu. Nach einer Weile fand er was er suchte: Einen winzig kleinen und supergoldigen Zwergsiebenschläfer. Nach dem mir der Verkäufer erklärt hatte, was bei der Haltung alles zu berücksichtigen sei, konnte ich nicht wiederstehen und nahm den kleinen Pinselschwanz mit. Zu Hause hatte ich noch ein selbstgebautes, leerstehendes Terrarium, das wie geschaffen schien, und nach dem ich es mit allen notwendigen Dingen wie Streu, Heu, Schlafhöhle, Trinkflasche etc. ausgestattet hatte, zog Der Zwergsiebenschläfer ein. Zunächst verkroch er sich in eine dunkle Ecke des Käfigs...

 

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2) Ausgebüchst...

... und ich bekam ihn an dem Abend nicht mehr zu Gesicht. Der Graphiurus murinus oder spurelli (?) tauchte erst viel später wieder auf: Am nächsten Abend und am darauffolgenden Morgen konnte ich den Bilch ebenfalls nicht entdecken. As ich daraufhin den gesamten Käfig vorsichtig ausräumte entdeckte ich, dass der Zwergsiebenschläfer verschwunden war! Meine Überraschung war groß, denn ich hätte nicht gedacht, dass der Bilch sich durch so enge Spalten zwängen kann. Auch einen Tag später konnte ich den Zwergsiebenschläfer nirgens finden. Daraufhin kaufte ich zwei Lebendfallen und legte sie (mit Apfelstückchen als Köder) in der Wohnung aus. Am nächsten Afrikanische ZwergsiebenschläferMorgen waren die Fallen aber immer noch leer. Ziemlich verzweifelt ging ich ins Bad, duschte, und überlegte wo das Tier sich wohl versteckt haben könnte. Ich zog mich an und  - aaaah! - spürte etwas in meiner Hose was nicht zu meinem Körper gehörte und ziemlich aufgeregt mein Bein hinunter lief. Voller Panik hielt ich das "Etwas" in seinem Lauf an, zog die Hose vorsichtig aus und sah den kleinen puscheligen Schwanz des Zwergsiebeniebenschläfers hervorluken. Er hatte es sich die Nacht über in meiner Hose gemütlich gemacht und ich hatte in so glücklicherweise wieder "einfangen" können. Das war am 06.02.2003. Glücklicherweise hatte ich die Hose nicht in die Waschmaschine gesteckt! Am Nachmittag des gleichen tages machte ich noch ein paar lustige Entdeckungen: Der Afrikanische Zwergsiebenschläfer hatte sich munter durch eine Banane gefressen. Eine Seite war oval aufgeknabbert und das innere zu 1/3 herausgefressen. Auch ein Kissen wurde heftigst bearbeitet. Ein 2 Eurostück großes Loch klafft nun auf einer Seite. Eine geschlossene Futtertütewurde auch angeknabbert um an das Innere heranzukommen. Kein Wunder also dass der Siebenschläfer nicht in die Falle gegangen war. Er lebte ja in Saus und Braus ;-)

 

3) Erneute Wohnungserkundung...

Schon zwei Tage später, am 08.01.2003, entwischte mir der Afrikanische Zwergsiebenschläfer schon wieder. Diesmal durch einen noch verbliebenen Spalt am oberen Ende des Käfigs. Er lief und hüpfte munter durch die Wohnung bis auf die Schulter meiner Freundin. Dort verharrte er endlich. Als ich zugriff, um den SiebenschläferAfrikanische Zwergsiebenschläfer von der Schulter wieder in den Käfig zu befördern biss er michg leicht in die Hand und konnte mit Hilfe dieses "Überraschungsangriffs" entkommen. Nun flitzte der Siebenschläfer wild durch die Wohnung und verstekte sich hinter einem Schrank. Daraufhin legte ich wieder die Lebendfallen aus (mit Apfelstückchen als Köder) und löschte das Licht in dem Zimmer. Schon eine Halbe Stunde später war der Bilch in der Falle gefangen und konnte so wieder in den Käfig.

 

Nach diesen lustigen Erlebnissen mit dem Afrikanischen Zwergsiebenschläfer fing ich an, mich eigehender mit dem Zwergsiebenschläfer und seinen Eigenschaften zu beschäftigen. Dabei kam zunächst heraus, dass es ein geselliges Tier war. Also mussten noch einige Käfigbewohner her. Der mittlerweile ausbruchssichere Käfig wurde am 09.01.2003 mit drei weiteren Afrikanischen Zwergsiebenschläfern besetzt. Glücklicherweise verstanden sich die Tiere auf Anhieb sehr gut, und so lebt das lustige Quartett munter zusammen und springt Nacht für Nacht im Käfig umher.

 

4) Zahme Zwergsiebenschläfer?

Als ich im Geschäft fragte ob man die Tiere gut zähmen kann war natürlich die Antwort ja. Mittlerweile weiß ich aber,  das sich das nur auf bestimmte Tageszeiten bezieht. Die Zwergsiebenschläfer sind irre schnell! Sie fliegen eher über dem Boden als dass sie Laufen. Sie bewegen sich so ählich wie Eichhörnchen fort, und sind sehr schreckhaft. Wenn man sie während ihrer Aktivitätsphase in die Hand nimmt beißen sie sofort zu. Das ist vom Schmerz und Verletzungsgrad zwar noch auszuhalten, aber gerade angenehm ist es nicht. Nimmt man sie dagegen während ihrer Schlafphase in die Hand rühren sie sich kaum, denn die Zwergsiebenschläfer brauchen sehr lange bis ihr Kreislauf "auf touren kommt". Man sollte sie auch während ihres Schlafes möglichst nicht stören. Es ist für die Tiere bestimmt genauso unangenehm wie für uns im Schlaf gestört zu werden.

Fazit 1: Zwergsiebenschläfer zu zähmen ist fast unmöglich die Fluchttiere nehmen instinktiv reißaus. Nur ein müder Zwergsiebenschläfer ist ein "zahmer" Zwergsiebenschläfer.

Fazit 2: Wenn man Afrikanische Zwergsiebenschläfer hält sollte man sich gleich auch ein Paar Lederhandschuhe kaufen. :-)

 

5) Das Apfelstück...

Eines Abends legte ich ein ziemlich großes Apfelstück in den Käfig. Nach einer Minute war es verschwunden. Als ich neugierig in das Nest schaute sah ich die vier Zwergsiebenschläfer allesamt auf dem Apfelstück trohnen und genüßlich daran knabbern. Die Tiere hatten tatsächlich das ganze Stück (das so groß war wie sie selbst) in ihr Nest geschleift :-)

 

 

bilch-info Haltung:

 

Der Käfig sollte möglichst hoch und mit vielen Klettermöglichkeiten ausgestattest sein. Äste und Zweige sind Ideal. Man kann im oberen Bereich ein für Ziervögel käufliches Nest anbringen, oder einfach ein eine Astgabel (möglichst wweit oben) einen großzügigen Büschel Heu klemmen. Die Zwergsiebenschläfer nutzen diesen Ort dann als Schlafplatz. Häuschen etc. auf dem Boden des Käfigs werden in der Regel nicht aufgesucht. Stellt man sie jedoch auf ein Brett im oberen Käfigteil, dann suchen sie die Schlafhöhle gerne auf.

Das Wichtigste: Selbst kleine Spalten werden von den Tieren als Fluchtmöglichkeit aufgesucht. Selbst aus Mäuse oder Vogelkäfigen mit engem Gitterabstand können sie eventuell entkommen. Manchmal ist bei den Gitterkäfigen ein größerer Spalt an den Ecken oder am Türchen. Das sind potentielle Fluchtwege!. Am besten finde ich einen selbstgebauten Käfig. Man kann dazu beschichtete Möbelbauplatten, Aluschienen und Olexiglas verwenden. In die Seiten und das Plexiglas bohrt man mit einem 3mm Bohrer kleine Löcher zur Belüftung, und/oder briingt ein Alulochblech an. Die Belüftung ist sehr wichtig und es erweist sich als nicht allzu einfach einen guten Kompromiss zwischen Ausbruchsicherheit und Belüftung zu finden. Aber nach einigem Ausprobieren findet man auf jeden Fall einen Weg. Zur Käfigeinrichtung sollten gehören: Äste, Zweige (ambesten von Apfelbäumen da diese ungiftig für die Nager sind), Schlafnest, Tränke/Trinkschale, Einstreu und Futterschalen. Ein Laufrad wird sehr gerne von den Siebenschläfern aufgesucht und ist meiner Meinung nach der einzige Weg den Tieren eine Möglichkeit zu geben ihren enormen Bewegungsdrang auszuleben. Das Laufrad sollte allerdings an einer Seite und an der Lauffläche komplett geschlossen sein, da sonst schwere Verletzungen die Folge sein können. Achtung: Viele Laufräder haben einen Schereneffekt, der den Bilchen den Schwanz oder gar den Kopf abtrennen kann wenn diese das Laufrad während des Drehens verlassen.

 

   

 

Einen Phantastischen Käfig für Afrikanische Zwerg-Siebenschläfer findet man auch auf

http://www.boakingdom.com/dormice.html

 

 

 

 

 

bilch-info Herkunft:

Graphiurinae stammen aus Afrika. Dort leben sie in den südlich der Sahara gelegenen Wäldern. Ihr Lebensraum beschränkt sich dabei auf die Bäume ind denen sie leben. Den Boden suchen sie nur kurzzeitig auf. In hohen Käfigen kann man daher auch beobachten, das sie sich ein Schlafnest in einem der oberen Bereiche suchen (falls die Möglichkeit dazu besteht), und nur wenig auf dem Boden herumlaufen. Sie springen vielmehr von Ast zu Ast (falls vorhanden). Ein genaues Verbreitungsgebiet ist mir bisher leider nicht bekannt.

 

Bildquelle: http://www.unep.org/aeo/

 

bilch-info Ernährung:

 

Der Züchter von dem ich die drei Zwergsiebenschläfer nachkaufte, riet mir zu einer Ernährung mit Lebendfutter, Obst und Hamsterfutter. Daraus und aus meinen Beobachtungen schließe ich die folgenden Ernährungseigenschaften: Die Afrikansichen Mausschläfer, wie die Tiere auch genannt werden, ernähren sich omnivor (also von fast allem): Saaten, Gräser, Früchte, Insekten, Würmer, Larven...

 

Futterplan für Afrikanische Zwergsiebenschläfer:

 

Obst

Körner / Heu

Tierisches Eiweiß

Äpfel

Heu, Luzerne

Quark

Bananen

Hirse

getrocknete Gammarus

Trauben

Hanf

Heimchen, Grillen

vorsichtshalber keine Zitrusfrüchte

Saatenmischungen für Mäuse

Katzentrockenfutter (taurinfrei)

 

Das ist natürlich nur ein Beispiel. Meine Siebenschläfer fressen die Futtersorten in der Tabelle sehr gerne. Man kann den Tieren natürlich bestimmt auch noch andere Futtersorten geben. Verzichten würde ich immer auf sogenannte "Leckerlchen" wie zum Beispiel Drops usw., weil diese Sachen doch eher unnatürlich und eigentlich ja auch unnötig sind. Die Bilche freuen sich genauso über Obst. Das Obst sollte gut reif sein. dann wird es am liebsten genommen.

 

 

bilch-info Verwandtschaft: Bilche - Schlafmäuse, Schläfer, Gliridae, Gartenschläfer

Die Bilche sind eine sehr alte Familie der Nagetiere, von mausartiger Gestalt mit buschigem Schwanz, meist nachtaktiv. Verbreitet in Eurasien und Afrika. Die Bilche fressen Körnerfrüchte, Nüsse und Insekten. Sie sind klein, mit kurzen Beinen. Der lange Schwanz ist buschig behaart. Sie bauen Kugelnester an Sträuchern. Bilche halten in gemäßigten Breiten einen langen Winterschlaf. Zu den Bilchen gehören, Baumschläfer, Gartenschläfer, Haselmaus und Siebenschläfer.

 

Geschickte Baum- und Buschkletterer die dursch Urinstoffe Duftstraßen im Gezweig zur Orientierung anlegen. Bilche halten in Eurasien Winterschlaf (bis zu 7 Monate), und in sehr warmen Gebieten einen Trockenschlaf.

 

Es existieren etwa 20 Arten der Graphiurinae. Eine Bestimmung der Arten ist sehr schwierig und durch reines betrachten meist nicht möglich.

 

Graphiurinae

|-- †Graphiurops

|-- †Graphiglis

`--o Graphiurus

   |-- G. christyi

   |-- G. crassicaudatus

   |-- G. hueti

   |-- G. kelleni (kääpiäunikeko)

   |-- G. lorraineus

   |-- G. microtis

   |-- G. monardi

   |-- G. murinus (afrikanunikeko)

   |-- G. ocularis

   |-- G. olga

   |-- G. parvus

   |-- G. platyops

   |-- G. rupicola

   `-- G. surdus

 

 

bilch-info Artenschutz:

Nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen CITES (Convention on International Trade with Endangered Species of Wild Fauna and Flora) ist der Afrikanische Zwergsiebenschläfer leider nicht geschützt. Aber der Europäische Siebenschläfer (Glis glis) steht unter Naturschutz. Er stzeht auf der sogenannten Roten Liste der gefährdeten Säugetiere. Hat man also ein solches Tier auf dem Dachboden (was gelegentlich vorkommt), so darf man es auf keinen Fall vergiften o.ä. Man kann die Tiere sehr gut mit Lebendfallen (Obst als Köder) unbeschadet fangen. Eine interessante Seite zu dem Thema findet man dort:

 http://www.fauflo.de/bilch/bilche.htm

 

 

bilch-info Historisches:

Viele werden den Begriff Siebenschläfer schon einmal gehört haben. Der Name rührt daher, dass die in Europa lebenden Arten bis zu 7 Monate Winterschlaf halten. Einer Legende  nach hat das Wort aber noch eine andere Bedeutung. Diese hat nichts mit dem Tier Siebenschläfer zu tun. Nach dieser legende wird der Tag des Siebenschläfers am 27. Juni wird auch seit langem zu "Wetterprognose" benutzt. Natürlich handelt es sich dabei nur um eine Bauernregel.

 

Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass.

Regnet‘s am Siebenschläfertag, es noch sieben Wochen regnen mag.

Das Wetter am Siebenschläfertag, 7 Wochen bleiben mag.

 

Diese Regel kam durch Jahrhundertelange Beobachtungen des Wetters zustande, und hat sich als erstaunlich treffsicher erwiesen. Allerding nur wenn man berücksichtigt, dass der Siebenschläfertag auf Grund des gregorianischen Kalenders heute eigentlich auf den 7. Juli fallen müsste. Dann deckt sich die Bauernregel mit der Tatsache, dass sich in den Monaten Juli bis August die Wetterlage über Mitteleuropa beruhigt. Die Ostwestlichen Zugbahnen der Hoch- und Tiefdruckgebiete bleiben dann über Wochen relativ konstant, es gibt nicht mehr den schnellen Wechsel, der zum Beispiel das unbeständige Aprilwetter ausmacht. Nun können sich Hochdruckgebiete länger über Europa stabilisieren und damit für trockene, warme Luft und einen Himmel mit wenig Wolken sorgen.

 

Die Sieben Schläfer

Die Sieben Schläfer

Die Legende um die Sieben Schläfer

Der Legende nach sollen im Jahr 251 n. Ch. sieben junge Männer vor einer Christenverfolgung geflohen sein. Sie versteckten sich in einer Höhle nahe der Stadt Ephesos (heutige Türkei). Dort wurden sie von ihren Verfolgern gefunden und bei lebendigem Leib in der Höhle eingemauert. Doch sie starben nicht, sondern schliefen fast 200 Jahre lang. Am 27. Juni 446 wurden sie entdeckt und aus ihrem Schlaf aufgeweckt. Noch heute erinnert eine Wallfahrtskirche im niederbayerischen Rotthof an die Geschichte der sieben Schläfer. Dort wurde sogar die Höhle nachgebaut, in die sich die Verfolgten flüchteten.

 

Das alles hat allerdings nichts mit dem Afrikanischen Zwergsiebenschläfer zu tun, der ja erstens kein Junger Mann ist und es zweitens ja immer schön warm hat, und daher keinen Winterschlaf halten muss.

 

 

bilch-info Links:

 

DEUTSCH

 http://www.zwergsiebenschlaefer.de.vu

 http://members.aol.com/andreaswosch/AnimalLand/afr.htm

 http://www.evastierparadies.de/tiere/zwerg7schlaefer.htm

 http://www.exotische-nager.de/zwergschlaefer-allgemein.htm

 http://www.exotische-nager.de/zwergschlaefer.htm

 http://www.terrainspira.ch/berichte/saeuger/zwergsiebenschlaerfer.html

 http://www.calenberger-tierparadies.de/schlaf/schlaf1.html

 http://home.t-online.de/home/520078835695/framezwerg.html

 http://www.zwergschlaefer.de/

 

Einheimische Siebenschläfer:

 http://www.kindernetz.de/oli/tierdb/index.php?action=steckbrief&tierid=36

 http://www.markuskappeler.ch/tex/texs/siebenschlaefer.html

 

ENGLISCH

 http://www.african-pygmy-dormouse.co.uk/

 http://www.smallandfurries.co.uk/ap/ap.htm

 http://www.angelfire.com/realm2/lex_exotics/apdormouse.html

 http://members.aol.com/drdoolitel/Dormouse.htm

 http://www.glirarium.org/dormouse/dm-biology-graphiurus.html

 http://www.press.jhu.edu/books/walker/rodentia.gliridae.graphiurus.html

  http://www.geocities.com/dormousebreeder/main.html

 

 

 

bilch-info Einheimische Siebenschläfer und Baumschläfer:

 

BuchDie folgenden Infos stammen nicht von mir sondern aus einem Buch: Quellenangabe

 

1) Siebenschläfer:

 

Gattungen: Der Siebenschläfer (Glis glis): Die Überfamilie der Bilchartigen (Gliroidea) enthält außer der Familie Bilche (Gliridae) mit den Unterfamilien Eigentliche Bilche (Glirinae) und Afrikanische Bilcher (Graphiurinae) noch die Familien Stachelbilche (Platacothomyidae) und Salzkrautbilche (Seleveniidae). Der Siebenschläfer wird als eine eigene Gattung (Glis) in der Unterfamilie Eigentliche Bilche geführt. Die nächsten Verwandten sind die Bilche in den Gattungen Muscardinus, Eliomys, Dryomys, Glirulus und Myomimus. Von Siebenschläfern sind etwa zwölf Unterarten bekannt, die sich mehr oder weniger deutlich in Färbung und Größe voneinander unterscheiden. Schon im Pleistozän Mitteleuropas lebten Siebenschläfer, die der heutigen Form sehr ähnlich waren.

 

Vorkommen: Die Verbreitung erstreckt sich über Süd- und Mitteleuropa, Rußland, Turkestan, Persien und Palästina. Bei uns lebt der flinke Kletterer vorwiegend in Laubwäldern mit hohen Eichenbeständen in Bayern, Baden, Württemberg, Niedersachsen und Westfalen. In reinen Buchen- und Nadelholzwäldern kommen Siebenschläfer nicht vor. Im Laubmischwald besiedeln sie ausschließlich die Höhlungen der Eichbäume. Lebensweise, Verhalten: Seit 1960 durch Veröffentlichungen von Lilli Koenig und Vietinghoff-Riesch wissen wir genaueres über das Verhalten dieses Bilches. Siebenschläfer klettern und springen überaus gewandt. Auf ihren Streifzügen gehen die Tiere auch in Gebäude, räubern dort gelagertes Obst und öffnen sogar Einweckgläser, um an den Inhalt zu gelangen. SiebenschläferFreilebende Siebenschläfer bekommt man kaum zu Gesicht. Ihr Name ist überall bekannt; gesehen haben ihn die wenigsten. Als nächtlich aktives Tier kommt er bei Dämmerung aus seinem Unterschlupf und geht auf Nahrungssuche. Dabei nimmt er fast alle pflanzlichen und tierischen Stoffe auf, die er findet. Wie die anderen Bilche ist er auf animalische Kost stark angewiesen und ernährt sich zu bestimmten Zeiten sogar vorwiegend von Kleintieren. Beim Klettern benutzt er seinen buschigen Schwanz zum Balancieren. Mit seinem feinen Gehör belauscht er die Umgebung, wobei ihm die beweglichen Ohrmuscheln wie ein Radargerät dienen. Noch besser als Gehör und Geruch ist der Tastsinn entwickelt. Zusätzlich zu den üblichen Schnurrhaaren trägt der Siebenschläfer noch vier Tasthügel im Gesicht, einen am Kinn und je einen an den Unterarmen. Damit kann er sich auch in völliger Dunkelheit orientieren. Noch die schwächsten Lichtstrahlen werden mit den großen Augen eingefangen. Neben seinen spitzen Krallen helfen ihm die saugfähigen Sohlenbällchen, die überdies noch mit klebrigen Ausscheidungen behaftet sind, beim Klettern. Im Freileben sind starke Bestandsschwankungen aufgefallen. Weder klimatische Verhältnisse noch Verfolgung durch den Menschen alleine kommen als Gründe dafür in Frage. Seine natürlichen Feinde, an erster Stelle Baummarder und Waldkauz, sind immer seltener geworden, so daß sie für auffällige Bestandsverluste nicht verantwortlich gemacht werden können. Die Forscher wissen noch nicht genau, welche Faktoren im Spiel sind. Vermutlich reduzieren sich die einzelgängerischen recht aggressiven Bilche, die kaum in nächster Wohngemeinschaft da Höhlen besiedeln können, wo überhaupt noch welche sind, sich selber, indem sie sich auf Leben und Tod bekämpfen und die Würfe der Jungtiere vernichten. Sie scheinen sich so "auf die Nerven zu fallen", daß die Rückgänge mit diesen arttypischen Wesenszügen begründet werden können. Bei der Nahrungssuche nehmen Siebenschläfer gerne süße Pflanzensäfte, Tau und Obst auf, das sie spiralförmig abschälen. Durch Anbeißen von reifem Obst können sie im Kulturland beträchtlichen Schaden anrichten. Im Nord-Kaukasus verursachen die Tiere jährlich für drei Millionen Rubel Schaden durch Obstverzehr und -vernichtung. Schon bei +18 Grad beginnt der Siebenschläfer seinen Winterschlaf. Fällt im Sommer das Thermometer auf diese Temperatur, verkriechen sich die Tiere vorübergehend und schlafen eine Zeitlang. Im Herbst aber beginnt der lange Schlaf. Vorher haben sie sich ordentlich gemästet. Unter der Haut sitzt dann eine dicke Fettschicht, die hauptsächlich aus der Verwertung ölhaltiger Sämereien aufgebaut ist. Tief in Mauernischen und Astlöchern haben die Tiere ihre Nester errichtet, die sie nach außen hin abriegeln. Einen Siebenschläfer hat man sogar im Winterschlaf in einem bewohnten Fuchsbau, vom Fuchs nur durch eine dünne Wand getrennt, in einer Separathöhle gefunden (Klengel, 1913). Gerne geht er auch in Schlupfwinkeln auf Dachböden und in Vogelnistkästen. Am meisten scheint der Bilch aber unter der Erde den Winter zu verbringen. Bis 60 cm graben sich die Tiere einzeln in den Waldboden, rollen sich in der körpergroßen Höhle fest zusammen und schlagen den Schwanz schützend über sich. So geht allmählich die Körperwärme herunter, die Tiere verfallen in eine Starre und schlafen tatsächlich sieben Monate lang. Dabei verlieren sie bis zur Hälfte ihres Körpergewichts, ohne Schaden zu erleiden. Erst Ende April oder Anfang MaiAfrikanische Zwergsiebenschläfer kommen sie aus ihren Höhlen hervor und schmausen wieder nach Herzenslust. Gab es während der Schlafperiode starken Frost, so muß der Bilch wach werden, um nicht zu erfrieren. Besondere Sensoren im Körper wecken das Tier dann. Der graue Kobold nimmt dann etwas feuchtes Futter und Wasser zu sich und sucht einen wärmeren Schlafplatz. Manchmal kriechen sogar mehrere Siebenschläfer zusammen ins Quartier.

 

Heimhaltung: Diese Art gehört zu den ältesten Heimtieren unter den Nagern, die in menschlicher Obhut sich schon im alten Rom besonderer Gunst erfreuten. Nur war der Zweck ein anderer als heute. Man hielt die Tiere in sogenannten "Glirarien", durch Mauern eingezäunte Gehege mit einzelnen Behausungen, in denen Siebenschläfer wohl verwahrt und gemästet wurden. Wir haben einen Bericht des römischen Schriftstellers VARRO (116-27 v. Chr.), wonach Siebenschläfer als sehr schmackhafte Braten an fürstlichen Höfen genossen wurden. Bis ins 19. Jahrhundert hinein kannte man die Bilche als Delikatessen. Angeblich soll heute noch das Tier in manchen Gegenden Frankreichs als Speise hoch geschätzt werden. Gehen wir von dieser "kulinarischen Konzeption" zur echten Heimtierhaltung über, bei der der Nagerfreund ein interessantes Wildtier erleben will. Die Unterkunft für große Bilche muß geräumig, aus Metall und mit einer guten Kletterausrüstung versehen sein. Wildeingefangene Tiere werden allerdings kaum oder erst nach längerer Zeit ruhigen Umgangs einigermaßen zahm. BREHM schildert den Siebenschläfer noch als völlig ungeeignet zur Käfighaltung. Wer Siebenschläfer pflegen will, sollte zunächst nichht erwarten, die Tiere seien possierlich zahm. Jung aufgezogen werden sie in gewisser Weise anhänglich. Bei nichtzahmen Tieren sollte man sich vor deren Bissen hüten; unnötiges Jagen und Verängstigen ist zu vermeiden. Hochinteressant sind die Bewegungen, die Nahrungsspeicherung und das Fortpflanzungsverhalten. Das Futter muß vielseitig sein; es besteht aus Obst aller Art, Eicheln, Bucheckern, Nüssen, rohen Eiern, magerem Fleisch, Hundekuchen und als Tränke frisches Wasser oder Milch.

 

Fortpflanzung: Zur Zucht einige Angaben aus dem Freileben: Die Vermehrungszeit liegt hauptsächlich im August und September. Die Tragezeit beträgt vier Wochen. Drei bis elf Junge werden geboren, die nach drei Wochen die Augen öffnen. Die Kleinen haben in diesem Alter noch nicht so buschige Schwänze wie die Eltern. Nach einem Monat werden sie nicht mehr gesäugt, bleiben aber noch bis zum Beginn der kalten Jahreszeit zusammen. Die Zucht in Gefangenschaft ist sehr selten, dafür aber umso reizvoller und kann der Vermehrung in solchen Gebieten dienen, in denen der Siebenschläfer fehlt.

 

2) Baumschläfer

 

Gattung: Die Baumschläfer (Dryomys netedula) gehören in die gleiche Unterfamilie wie der vorige Bilch, bilden aber eine eigene Gattung (Dryomus) mit drei Unterarten.

 

Körperdaten, Äußeres: Dem Gartenschläfer in Farbe und Zeichnung ähnlich, mit dem buschigen Schwanz an den Siebenschläfer erinnernd, so präsentiert sich der Baumschläfer. Er wird bis 10 cm lang im Körper, hat einen 8 cm bis 9 cm langen Schwanz und trägt ein Fell, das oberseits gelb- manchmal auch graubraun unterseits weiß ist. Das schwarze Augenband unterscheidet ihn deutlich vom Siebenschläfer. Tiroler Baumschläfer sind mehr silbergrau, nach Nordosten zu findet man aschgraubraune und rötlichbraune Exemplare. Die Ohren sind kurz, rund und spärlich behaart. Der Schwanz, unterseits weißlichgrau gefärbt, trägt eine helle Spitze.

 

Vorkommen: In der Bundesrepublik kommt der Baumschläfer kaum vor; sehr vereinzelt soll er in Bayern gesehen worden sein. Er lebt in der Schweiz, in Österreich, weiter in Südosteuropa, in Polen, in der Tschechoslowakei, im Balkan, in Vorderasien und kommt noch in Chinesisch-Turkestan vor. Als typischer Baumwaldbewohner geht er aber auch bis 3500 Meter Höhe ins Gebirge. Besonders dann, wenn Almhütten, Gärten und fruchttragendes Kulturland erreichbar sind.

 

Lebensweise, Verhalten: Vieles aus dem Leben des heimlichen Bilches ist noch unbekannt. Aus den Untersuchungen von Renate Angermann ist bekannt geworden, daß der Baumschläfer zum Wohnen freistehende selbstgebaute Nester vor Baumhöhlen und Vogelnistkästen bevorzugt. Zur Nahrung schreibt R. PIECHOCKI: "Entgegen früheren Angaben bevorzugt der Baumschläfer im Sommer tierische Kost, erst im Herbst ernährt er sich vorwiegend von Samen. Die beliebteste Nahrung läßt sich unbedingt in folgender Reihenfolge der "Vorzugs"-Reihe anordnen: Falter - glatte Raupen - Puppen - Käfer - Sperlingseier - reife, süße Beeren - Eicheln, Sonnenblumen - junge Sperlinge. Allerdings ändert sich der Geschmack je nach der persönlichen Vorliebe des Einzeltieres". Auf strauchbewachsenen Rainen, in Weingärten und an trockenen Stellen mit spärlicher Strauchvegetation kann er sich ebenso einrichten, wie in dunklen, hohen Laubwäldern. Bricht die Dämmerung an, geht der Waldkobold auf Nahrungssuche. Er streift über Äste und Zweige, huscht am Boden flink, geht jedoch lieber in die Höhe und hat ungemein scharfe Ohren, Augen und einen ausgezeichneten Geruchs- und Tastsinn. Bis zu 12 m Höhe hat man Baumschläfernester gefunden; solche aber auch in Felsspalten und verlassenen Vogelhorsten. Winterschlaf halten nur Baumschläfer in den nördlichen Teilen des Verbreitungsgebietes. Dagegen bleiben die im Süden wohnenden das ganze Jahr über wach. Von Oktober bis April gehen die Schläfer in den kalten Gebieten zur Ruhe nach Art der großen Vettern, der Siebenschläfer. Auch bei ihnen wird ein kompliziertes Wechselspiel innersektorischer Drüsen in Gang gesetzt, das Haarwechsel, Fettspeicherung und schließlich Schlafsperre ausgelöst.

 

Heimhaltung: Wer das Glück hat, einen Baumschläfer oder gar eine kleine Gruppe zu pflegen, muß das Naturschutzgesetz unbedingt beachten, denn auch dieser Bilch ist geschützt. Liegt die Halteerlaubnis vor und der Nagerfreund kann den lebhaften Baumschläfern ein geräumiges Kletterterrarium bieten, erlebt  er viel Freude. Obwohl die Tiere tagsüber im Nestkasten unsichtbar sind, kann man sie doch bei Anbruch der Dämmerung und auch bei Dunkelheit, wenn man sie an schwache Beleuchtung im Käfig gewöhnt hat, beobachten. Durch ihren buschigen Schwanz wirken sie wie kleine Eichhörnchen.  Zur Fütterung verwendet man Eicheln, Nüsse, Obst, Beeren, Sämereien und alle schon zur Siebenschläferpflege genannten Stoffe. Hält man die Tiere im Freien, so beginnen sie ab Oktober zu schlafen. Man sollte ihnen in den Kasten einen saftigen Apfel legen; sie können dann beim Aufwachen zwischendurch ihren Hunger und Durst stillen. Öfteres Auswechseln des Obstes nicht vergessen! Haltung, Pflege und Zuchtversuche sind am besten in größeren Volieren vorzunehmen, wie sie für Eichhörnchen z.B. im Lehrmeister-Buch Nr. 25, Dr. H. Bauer "Eichhörnchen und Streifenhörnchen" beschrieben sind. Das gilt für alle drei größeren Bilcharten.

 

Fortpflanzung: Über Zuchterfolge dieser hübschen Bilche in Menschenobhut ist mir nichts bekannt. Wer die Tiere zur Fortpflanzung bringen will, müßte wesentliche Bedingungen aus dem Freileben bieten und sich genauer über die Fortpflanzungsbiologie informieren. Die europäischen Baumschläfer bekommen im Juni Nachwuchs. Das Weibchen wirft im gut ausgepolsterten Wohnkessel zwei bis sechs nackte, blinde Junge, die nach Nesthockerart einige Wochen gepflegt und gesäugt werden. In südlichen Ländern bekommen diese Bilche zwei- oder mehrmals im Jahr Junge. Die Kleinen sind nach etwa fünf Wochen selbständig und tummeln sich dann noch eine Weile mit der Mutter im Revier. Die Männchen werden in der Nähe der Kinderstube nicht geduldet, weil sie sonst dem Nachwuchs gefährlich werden könnten.

 

Längst ist noch nicht alles über den Baumschläfer bekannt. Hauptsächlich sein Sozial- und Vermehrungsverhalten kann der Tierfreund studieren und sollte in Fachzeitschriften seine Erfahrungen mitteilen. Nicht immer ist es nur professionellen Forschern vorbehalten, alte Geheimnisse aus der Tierwelt zu lüften und neue Erkenntnisse, die nicht selten von erheblichem wissenschaftlichen Wert sind, zu sammeln und zu dokumentieren.

 

 

3) Gartenschläfer

 

Gattung: Die Gattung Eliomys ist eine der sieben oben erwähnten in der Unterfamilie Eigentliche Bilche. Nur eine Art Gartenschläfer ist bekannt (Eliomys quercinus).

 

Körperdaten, Äußeres: Die Körperlänge beträgt durchschnittlich 14 cm, die Schwanzlänge 11 cm. Der Gartenschläfer ist deutlich kleiner als der Siebenschläfer und unterscheidet sich auch von diesem durch seine Farbe und seinen mehr schlanken, schwächer behaarten Schwanz, der nur am Ende eine buschige Spitze trägt. Das Fell ist oberseits rötlichgraubraun, untererseits weiß. Um das Auge läuft ein glänzend schwarzer Ring, der sich unter dem Ohr bis an die Halsseiten fortsetzt. Hinter dem Ohr sitzt ein weißlicher Fleck, darüber noch ein schwarzer. Die Schwanzspitze ist schwarzweiß, die Augen sind schwarzbraun, die Schnurrhaare schwarz mit weißer Spitze. Die Färbung der Jungtiere ist mehr graubraun. Damit ist der Gartenschläfer der bunteste Bilch unserer Heimat. Abweichende Färbungen haben die Tiere im Mittelmeerraum. Die Schwanzunterseiten sind dort verschieden gefärbt. Im Frühsommer wiegen erwachsene Tiere nur 45 g, können sich aber bis auf 120 g Körpergewicht mästen.

 

Vorkommen: Der hübsch gefärbte und gezeichnete Bilch lebt in fast ganz Süd-, West- und Mitteleuropa, außerdem kommt er in weiten Gebieten von Südost- und Osteuropa vor. So gibt es Fundorte in England, Skandinavien, auf den Dänischen Inseln, in Finnland und im Norden des europäischen Teil der Sowjetunion. An den Küsten der Nord- und Ostsee ist er nicht zu finden, dagegen ist er in Frankreich, Italien, Spanien, den Balkanländern bis Nordafrika vorhanden. Der Gartenschläfer lebt vorzugsweise in den Mittelgebirgsregionen, haust aber auch in 2500 m Höhe. In Laub- und Mischwäldern niedriger wärmerer Hügellagen fühlt er sich am wohlsten. Dort geht er als Kulturfolger auch in Gärten, Parks und in die Nähe menschlicher Wohnungen. Nicht selten siedelt er sich sogar darin an, besonders im Winter. Sein Lebensraum überschneidet sich zum Teil mit dem des Siebenschläfers.

 

Lebensweise, Verhalten: In menschlichen Wohnungen geht er manchmal an die Vorräte. In Kellern, Scheunen und auf Kornböden rumort er dann als nachtaktives Tier, so daß sich schon mancher menschliche Bewohner über den Spuk gewundert hat. Gibt es in bestimmten Jahren Massenvermehrung, können Gartenschläfer in den Obstkulturen und als Nesträuber empfindlichen Schaden anrichten. Seine Nahrung besteht vorwiegend aus Insekten, kleinen Wirbeltieren, Vogeleiern und Jungvögeln, außerdem Obst jeder Art, Nüsse und Knospen. Seine Bewegungen sind völlig dem Kletter- und Baumleben angepaßt. Wie die anderen Bilche haften seine Füße nicht nur durch die spitzen Krallen, sondern zusätzlich aufgrund der sekretbeschichteten Haftballen an den Sohlen. Das Sekret dient gleich drei Verwendungszwecken: es ist Haftflüssigkeit, wird zum Anlegen von Duftmarken im Zusammenhang mit der Reviermarkierung in der Balz verwendet und schafft eine Duftspur, die den Tieren auf den Heim- Fluchtwegen hilft. Werden Gartenschläfer am Schwanz verletzt, fällt die Haut ab, der hervorstehende Knochenteil trocknet ein und fällt ab. Nach Krummbiegel wächst der Schwanz teilweise wieder nach. Eine gewisse Schmerzunempfindlichkeit ist erforscht: die Tiere,  die ihre Schwanzhaut beim Fang eingebüßt hatten, fraßen sofort. Erstaunlich ist die Gleichgültigkeit des Bilchs gegenüber neuen Lagen. Sie versuchen nicht aus Fallen zu entweichen, die nur aus dünnen Holzwänden bestehen. Entgegen den Schilderungen von Brehm, wonach die Gartenschläfer schlimme Nager und Ausbrecher seien, steht fest, daß sie so gut wie nicht Holz benagen; ein Vorteil bei der Heimhaltung. Über die Giftfestigkeit gibt es unterschiedliche Angaben. Früher meinte man, Kreuzotterngift könnte dem Gartenschläfer nichts anhaben. Neuerdings weiß man, daß die kurzen Zähne der Schlangen nur in die Fettpolster eindringen können, die sich hauptsächlich an den Körperseiten und am Nacken befinden. Die Giftwirkung ist dann so langsam, daß die gebissenen Tiere erst nach ein bis zwei Tagen eingehen. Das Subkutanfett verzögert also nur die Wirkung und gibt Zeit zur Bildung von Antikörpern.

Das Nest legt der Gartenschläfer freistehend in Laub- und Nadelbäumen, geschützt in Baumhöhlen, Felsspalten, Nistkästen und alten Eichhornnestern an, polstert es im Unterschied zum Siebenschläfer nicht mit Laub, sondern mit zerschlissenem Gras und Moos aus und verschläft den ganzen Tag darin. Erstaunlicherweise legt der sonst so reinliche Nager keinen Wert auf saubere Wohnung. Die Ausscheidungen gibt er wahllos im Nestbereich ab, so daß die Höhlung sehr bald verschmutzt ist und riecht. Brehm erwähnt schon, daß nicht nur Hunde, "sondern auch geübte Menschen aus ziemlicher Entfernung eine solche Kinderwiege wahrzunehmen imstande sind".

Im Herbst mästen sich die Gartenschläfer als Vorbereitung zum Schlaf. Dazu gibt Brehm gute Auskunft: "Der Gartenschläfer sucht sich trockene und geschützte Baum- und Mauerlöcher, auch Maulwurfshöhlen aus oder kommt an die im Wald stehenden Gehöfte, in Gartenhäuser, Scheunen, Heuböden, Köhlerhütten und andere Wohngebäude, um sich dort zu verbergen. Gewöhnlich findet man ihrer mehrere schlafend in einem Neste, die ganze Gesellschaft dicht zusammengerollt, fast in einem Knäuel verschlungen. Sie schlafen ununterbrochen, doch nicht so fest wie andere Winterschläfer; denn sooft mildere Witterung eintritt, erwachen sie, zehren etwas von ihren Nahrungsvorräten und verfallen erst bei erneuter Kälte wieder in den Schlaf. Abweichend von den übrigen Winterschläfern zeigen sie während ihres bewußtlosen Zustandes Empfindlichkeit gegen äußere Reize und geben dies, wenn man sie berührt oder mit einer Nadel sticht, durch schwache Zuckungen und dumpfe Laute zu erkennen. Selten erscheinen sie vor Ende April wieder im Freien, fressen nun zunächst ihre Nahrungsvorräte auf und beginnen sodann ihr eigentliches Sommerleben".

 

Heimhaltung und Fortpflanzung: Zur Unterbringung, Fütterung und Zucht mag folgender Bericht aus meiner eigenen Praxis dienen. Im Januar 1978 erhielt ich zwei Gartenschläfer, die mit behördlicher Genehmigung aus Vogelnistkästen entnommen waren. Die Tiere kamen im wachen Zustand bei mir an. Es war ein Paar. Sie bezogen eine Unterkunft, die relativ klein war und nur als Übergangslösung gedacht war. Tagsüber hielten sie sich zurückgezogen im hölzernen Nestkasten auf, turnten bei Einbruch der Dunkelheit und einige Stunden nachts im Klettergeäst umher. Als Nahrung gab ich Sonnenblumenkerne, Nüsse, Äpfel, konservierte Birnen und Pflaumen, Weintrauben, Hundekuchen, junge Mäuse und Hamster, rohe Eier und Kükenaufzuchtfutter. Wasser zur ständigen Verfügung benötigten die Tiere offensichtlich reichlich. Anfang März merkte ich, daß das Weibchen aggressiver wurde. Ich dachte an jahreszeitlich bedingtes Verhalten im Zusammenhang mit Werbung und Paarung. Um so erstaunter war ich, als ich schon wenige Tage später im Nestkasten sechs winzige Jungtiere entdeckte. Die Trächtigkeit des Weibchens, die 23 Tage gedauert haben muß, war äußerlich nicht festzustellen. Allerdings konnte ich das Tier wegen der Wildheit und Bissigkeit nicht in der Hand untersuchen. Die Jungen zeigten schon nach wenigen Tagen das charakteristische Streifenmuster um die Augen. Sie wuchsen schnell und gingen nach etwa vier Wochen aus dem Kasten. Ihre Kletterkünste entwickelten sich erst nach und nach. Sie übten offensichtlich; es schien spielerisch. Das Männchen wurde trotz Fauchen und Keckern der Mutter auch während der Jungenaufzucht im Kasten geduldet. Allerdings hatte es in einer anderen Ecke der geräumigen Kinderstube ein separates Nest bezogen.

Während dieser Zeit fütterte ich recht viel animalische Stoffe, die das Wachstum der Jungen sehr begünstigte. Alle sechs wurden selbständig. Ich ließ die Familie zusammen, auch dann, als im Juni schon ein zweiter Wurf mit ebenfalls sechs Jungen geboren wurde. Die Aufzucht verlief auch diesmal fast reibungslos; ein Jungtier ging ohne ersichtlichen Grund im Alter von acht Tagen ein. Nach der Zuchtzeit errichtete ich für die ganze Gesellschaft eine geräumige Gartenvoliere. Als Schutz vor Katzen muß an einer solchen Unterkunft im Freien, die Verdrahtung doppelt sein. Nachts hängen die Schläfer am Draht und könnten bei einseitiger Drahtverkleidung Opfer von Katzenpfoten werden. Gartenschläfer haben offensichtlich keine Rangordnung. Außerhalb der Fortpflanzungszeit gibt es überhaupt keine aggressiven Verhaltensweisen untereinander, so daß man sogar fremde Tiere ohne Schwierigkeiten zusammensetzen kann. Schwammberger berichtet von einer gelungenen Zucht vor einigen Jahren. Allerdings wurde nur ein Jungtier geboren und groß. Es wurde durch besondere Behandlung handzahm. In der älteren Literatur wird der Gartenschläfer als ungeeignet für die Heimhaltung beschrieben. Doch sowohl die Erfahrungen von K. Zimmermann, als auch meine eigenen zeigen, daß dieser hübsche Bilch geradezu geeignet ist, um bestimmte Beobachtungen an nichtdomestizierten Nagern zu machen. Er ist erstaunlich anpassungsfähig an Käfig und Voliere, leicht zu verpflegen, sofern die Kost abwechslungsreich ist und nach meinen Erfahrungen gut züchtbar. Sehr interessant ist das Führen der Jungen durch die Mutter. Die Familie bildet eine Karawane, bei der jeweils ein Tier das vordere umfaßt und so in der Kette von der Mutter geführt wird. Dieses Verhalten ist sonst nur bei Feldspitzmäusen beobachtet worden und dürfte bei Nagern einmalig sein. Im Freileben bringen die Gartenschläferweibchen auch jährlich ein bis zwei Würfe mit zwei bis sieben Jungen. Am 21. Tag öffnen diese die Augen, sind mit zwei Monaten selbständig und können sich im darauffolgenden Jahr fortpflanzen. Auch von dieser Bilchart wissen wir noch nicht alles. Der aufmerksam beobachtende Pfleger kann noch viel Neues über diese einheimischen Tiere mit dem hübschen Fell erfahren.

 

 

Dieser Text bezog sich ausschließlich auf die Europäischen Bilche!

Quelle des Abschnitts "Einheimische Siebenschläfer": Nagetiere, Biologische Besonderheiten, Arten, Haltung und Zucht, Horst Schmidt, (1981)

 

 

bilch-info Einige Fotos von unseren Afrikanischen Zwergsiebenschläfern:

 

 

Afrikanische Zwergsiebenschläfer - Bilche  Afrikanische Zwergsiebenschläfer - Bilch

 

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Afrikanische Zwergsiebenschläfer - Bilch  Afrikanische Zwergsiebenschläfer - Bilch

 

Afrikanischer Zwergsiebenschläfer - Bilch  Siebenschläfer - Afrikanischer Zwersiebenschläfer

 

 


BuchBeschreibung der Bilche im

Quelle: Thierleben

von Alfred Edmund Brehm, Halle 1864-69
Säugethiere: Zweite Reihe: Krallenthiere: Sechste Ordnung: Nager (Rodentia): Zweite Familie: Bilche (Myoxina): 1.-3. Sippe

Eine kleine, aus wenig Arten bestehende Familie eichhornartiger Thiere übergehend, reihen wir den Hörnchen die Bilche oder Schlafmäuse (Myoxina) an. In Gestalt und Wesen stehen sie den Eichhörnchen nahe, unterscheiden sich von ihnen aber bestimmt durch Eigenthümlichkeiten ihres Baues. Sie haben einen schmalen Kopf mit mehr oder minder spitziger Schnauze, ziemlich großen Augen und großen nackthäutigen Ohren, gedrungenen Leib, mäßig lange Gliedmaßen, zart gebaute Füße, mit vorn vier Zehen und einer plattnageligen Daumenwarze, hinten fünf Zehen, mittellangen, dicht buschig und zweizeilig behaarten Schwanz und reichen, weichhaarigen Pelz. Die Vorderzähne sind vorn flach gerundet, die unteren seitlich zusammengedrückt, die vier Backenzähne in jedem Kiefer haben deutlich abgesetzte Zahnwurzeln und zahlreiche, ziemlich regelmäßig sich abschleifende, mit ihren Schmelzwänden tief in den Zahn eindringende Querfalten. Der Schädel ähnelt dem der Mäuse mehr als dem der Eichhörnchen. Die Wirbelsäule enthält 13 rippentragende, 6 wirbellose, 3 Kreuz- und 22 bis 25 Schwanzwirbel. Der Blinddarm fehlt.

 

Gerippe von Haselmaus und Gartenschläfer
Geripp der Haselmaus und des Gartenschläfers. (Aus dem Berliner anatomischen Museum.)

 

Man kennt bis jetzt kaum mehr als ein halbes Dutzend sicher unterschiedene Arten dieser Familie, sämmtlich Bewohner der alten Welt. Hügelige und bergige Gegenden und hier Wälder und Vorwälder, Haine und Gärten sind ihre Aufenthaltsorte. Sie leben auf und in den Bäumen, seltener in selbstgegrabenen Erdhöhlen zwischen Baumwurzeln oder in Fels- und Mauerspalten, unter allen Umständen möglichst verborgen. Bei weitem die meisten durchschlafen den Tag und gehen nur während des Morgen- und Abenddunkels ihrer Nahrung nach. Aus diesem Grunde bekommt man sie selten und bloß zufällig zu sehen. Wenn sie einmal ausgeschlafen haben, sind sie höchst bewegliche Thiere. Sie können vortrefflich laufen und noch besser klettern, nicht aber auch, wie die Hörnchen, besonders große Sprünge ausführen. In gemäßigten Gegenden verfallen sie mit Eintritt der kälteren Jahreszeit in Erstarrung und verbringen den Winter schlafend in ihren Nestern. Manche häufen sich für diese Zeit Nahrungsvorräthe auf und zehren von ihnen, wenn sie zeitweilig erwachen; andere bedürfen dies nicht einmal, da sie vorher sich so gemästet haben, daß sie von ihrem Fette leben können. Ihre Nahrung besteht in Früchten und Sämereien aller Art; die meisten nehmen auch Kerbthiere, Eier und junge Vögel zu sich. Beim Fressen sitzen sie, wie die Eichhörnchen, auf dem Hintertheile und führen die Speise mit den Vorderfüßen zum Munde. Einige lieben Geselligkeit und halten sich wenigstens paarweise zusammen; andere sind äußerst unverträglich. Das Weibchen wirft während des Sommers in ein zierliches Nest seine Jungen, gewöhnlich vier bis fünf, und erzieht sie mit großer Liebe. Jung eingefangen werden alle Schläfer leidlich zahm; doch dulden sie es nicht gern, daß man sie berührt, und alt eingefangene lassen sich dies nie gefallen. Einen irgendwie nennenswerthen Nutzen bringen die Bilche uns nicht; wohl aber können auch sie durch ihre Räubereien in Gärten unserem Besitzstande Schaden zufügen. Ihre zierliche Gestalt wirbt ihnen insgesammt mehr Freunde, als die meisten von ihnen verdienen. Man theilt die Schläfer in vier Sippen ein, von denen drei auch bei uns Vertreter haben, während die vierte Afrika angehört.

Die erste Sippe wird von dem Siebenschläfer oder Bilch (Myoxus Glis, Glis vulgaris und esculentus, Mus und Sciurus Glis) und einem Verwandten gebildet. Er gehört zu den Thieren, welche dem Namen nach weit besser bekannt sind als von Gestalt und Ansehen. Jeder, welcher sich mit der alten Geschichte beschäftigt hat, kennt diese Schlafmaus, den besonderen Liebling der Römer, zu dessen Hegung und Pflegung eigene Anstalten getroffen wurden. Eichen- und Buchenhaine umgab man mit glatten Mauern, an denen die Siebenschläfer nicht emporklettern konnten; innerhalb der Umgebung legte man verschiedene Höhlen an zum Nisten und Schlafen; mit Eicheln und Kastanien fütterte man hier die Bilche an, um sie zuletzt in irdenen Gefäßen oder Fässern, »Glirarien« genannt, noch besonders zu mästen. Wie uns die Ausgrabungen in Herkulanum belehrt haben, waren die zur letzten Mästung bestimmten Glirarien kleine, halbkugelige, an den inneren Wänden terassenförmig abgetheilte und oben mit einem engen Gitter geschlossene Schalen. In ihnen sperrte man mehrere Siebenschläfer zusammen und versah sie im Ueberflusse mit Nahrung. Nach vollendeter Mästung kamen die Braten als eines der leckersten Gerichte auf die Tafeln reicher Schlemmer. Martial verschmäht nicht, diese kleinen Thiere zu besingen, und läßt sie sagen:

»Winter, dich schlafen wir durch, und wir strotzen von blühendem Fette Just in den Monden, wo uns nichts als der Schlummer ernährt.«

Den Siebenschläfer, einen Bilch von 16 Centim. Leibes- und 13 Centim. Schwanzlänge, kennzeichnet hauptsächlich die Gestalt seiner Backenzähne, von denen zwei größere in der Mitte und kleinere vorn und hinten stehen, und deren Kaufläche vier gebogene, durchgehende und drei halbe, oberseits nach außen, unterseits nach innen liegende Schmelzfalten zeigt. Der weiche, ziemlich dichte Pelz ist auf der Oberseite einfarbig aschgrau, bald heller, bald dunkler schwärzlichbraun überflogen, an den Seiten des Leibes etwas lichter und da, wo sich die Rückenfarbe von der der Unterseite abgrenzt, bräunlichgrau, auf der Unterseite und der Innenseite der Beine, scharf getrennt von der Oberseite, milchweiß und silberglänzend. Der Nasenrücken und ein Theil der Oberlippe zwischen den Schnurren sind graulichbraun, der untere Theil der Schnauze, die Backen und die Kehle bis hinter die Ohren hin weiß, die Schnurren schwarz, die mittelgroßen Ohren außen dunkelgraubraun, gegen den Rand hin lichter. Um die Augen zieht sich ein dunkelbrauner Ring. Der buschig und zweizeilig be- haarte Schwanz ist bräunlichgrau, unten mit einem weißlichen Längsstreifen. Verschiedene Abänderungen kommen vor. Süd- und Osteuropa bilden das wahre Vaterland des Siebenschläfers. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Spanien, Griechenland und Italien an bis nach Süd- und Mitteldeutschland. In Oesterreich, Steiermark, Kärnten, Mähren, Schlesien, Böhmen und Bayern ist er häufig, in Kroatien, Ungarn und dem südlichen Rußland gemein; im Norden Europas, schon im nördlichen Deutschland, in England, Dänemark, fehlt er. Er bewohnt hauptsächlich das Mittelgebirge, am liebsten trockene Eichen- und Buchenwaldungen. Den Tag über hält er sich verborgen, bald in hohlen Bäumen, Baumlöchern und Felsklüften, bald in Erdlöchern unter Baumwurzeln, in verlassenen Hamsterhöhlen, Elstern- und Krähennestern hausend; gegen Abend kommt er aus seinen Verstecken hervor, streift nachts umher, sucht sich seine Nahrung, kehrt ab und zu in seinen Schlupfwinkel zurück, um zu verdauen und auszuruhen, frißt nochmals und sucht endlich gegen Morgen, ausnahmsweise auch wohl erst nach Sonnenaufgang, gewöhnlich mit seinem Weibchen oder einem anderen Gefährten vereinigt, die zeitweilige Wohnung zum Schlafen wieder auf. Bei seinen nächtlichen Ausflügen zeigt er sich als ein rascher und lebhafter, behender Gesell, welcher mit Eichhorngewandtheit auf den Bäumen oder an Felsenwänden umherklettert, sicher von Zweig zu Zweige oder auch aus der Höhe zur Tiefe springt und mit kurzen Sätzen rasch umherläuft, wenn er auf die Erde gelangt. Freilich gewahrt man sein Treiben bloß an Orten, welche man von vornherein als seine Wohnplätze kennt; denn sonst verbirgt ihn die Nacht vor den Blicken des Menschen und vieler anderer Feinde. Wenige Nager dürfen es dem Bilche an Gefräßigkeit zuvorthun. Er frißt, so lange er fressen kann. Eicheln, Bücheln, Haselnüsse bilden vielleicht seine Hauptnahrung, Wallnüsse, Kastanien, süßes und saftiges Obst werden aber auch nicht verschmäht, und thierische Kost scheint ihm geradezu Bedürfnis zu sein; wenigstens überfällt, mordet und verzehrt er jedes kleinere Thier, welches er erlangen kann, plündert Nester aus, würgt junge Vögel ab, tritt überhaupt nicht selten als Raubthier auf. Wasser trinkt er wenig, wenn er saftige Früchte hat, gar nicht. So lange der Sommer währt, treibt er sich, falls die Witterung nicht gar zu schlimm ist, allnächtlich in seinem Gebiete umher. Auf seinen Weidezügen setzt er sich fast alle Minuten einmal nach Eichhörnchenart auf das Hintertheil und führt etwas mit den Vorderpfoten zum Munde. Beständig hört man das Knacken von Nüssen, welche er zerbricht, oder das Fallen von ausgefressenen Früchten, welche er herabwirft. Gegen den Herbst hin sammelt er Nahrungsvorräthe ein und speichert diese in seinen Höhlen auf. Um diese Zeit »strotzt er bereits von blühendem Fette«, frißt aber noch so lange als möglich; dann denkt er daran, Herberge für den Winter zu bereiten. Jetzt macht er sich in tiefen Erdlöchern, Rissen und Spalten, Felsen und in altem Gemäuer, wohl auch in tiefen Baumhöhlungen, ein Nest von zartem Moose zurecht, rollt sich, gewöhnlich in Gemeinschaft mit mehreren seiner Genossen, zusammen und fällt schon lange vorher, ehe der Wärmemesser auf dem Nullpunkte steht, in rauheren Gebirgsgegenden bereits im August, in der wärmeren Ebene erst gegen den Oktober hin, in tiefen Schlaf. Er zeigt nunmehr die Gefühllosigkeit aller Winterschläfer und ist vielleicht derjenige, welcher am tiefsten schläft. Man kann ihn ruhig aus seinem Lager nehmen und wegtragen: er bleibt kalt und regungslos. Im warmen Zimmer erwacht er nach und nach, bewegt anfänglich die Gliedmaßen ein wenig, läßt einige Tropfen seines hellen, goldgelben Harnes von sich und regt sich allmählich mehr und mehr, sieht aber auch jetzt noch sehr verschlafen aus. Im Freien wacht er zeitweilig von selbst auf und zehrt ein wenig von seinen Nahrungsvorräthen, gleichsam ohne eigentlich zu wissen, was er thut. Siebenschläfer, welche Lenz überwinterte und in einem kühlen Raume hielt, wachten etwa alle vier Wochen auf, fraßen und schliefen dann wieder so fest, daß sie todt schienen; andere, welche Galvagni pflegte, wachten nur alle zwei Monate auf und fraßen. Im Freien erwacht unser Bilch erst sehr spät im Frühjahre, selten vor Ende des April. Somit beträgt die Dauer seines Winterschlafes volle sieben Monate, und er führt demnach seinen Namen mit Fug und Recht. Bald nach dem Erwachen paaren sich die Geschlechter, und nach ungefähr sechswöchentlicher Tragzeit wirft das Weibchen auf einem weichen Lager in Baum- oder anderen Höhlungen - in der Nähe von Altenburg sehr häufig in den Nistkästchen der Staare, welche man vermittels hoher Stangen über und auf den Obstbäumen aufzustellen pflegt - drei bis sechs nackte, blinde Junge, welche außerordentlich schnell heranwachsen, nur kurze Zeit an der Mutter saugen und sich dann selbst ihre Nahrung aufsuchen. Niemals steht das Nest des Bilch frei auf Bäumen, wie das unseres Eichhörnchens, wird vielmehr stets nach Möglichkeit verborgen. In Gegenden, wo es viele Buchen gibt, vermehrt sich der Bilch sehr stark, wie sein Wohlleben überhaupt von dem Gedeihen der Früchte abhängt. Viele Feinde thun dem Siebenschläfer übrigens bedeutend Abbruch. Baummarder und Iltis, Wildkatze und Wiesel, Uhu und Eule sind wohl seine schlimmsten Verfolger, und wenn er auch selbst gegen die stärksten Feinde mit vielem Muthe sich wehrt, sie anschnaubt, wüthend nach ihnen beißt und sogar die schwachen Krallen bei der Vertheidigung zu Hilfe nimmt: er muß ihnen doch jedesmal erliegen. Der Mensch stellt ihm da, wo er häufig ist, theils des Fleisches, theils des Felles wegen, eifrig nach, lockt ihn in künstliche Winterwohnungen, Gruben, welche man in Wäldern unter Gebüsch und Felsabhängen, an trockenen, gegen Mittag gelegenen Orten für ihn herrichtete, verrätherisch mit Moos ausbettete, mit Stroh und dürrem Laube überdeckte und reichlich mit Bücheln bestreute, oder richtet andere Fallen für ihn her. In Bayern fangen ihn die Landleute in gewöhnlichen, mit Hanfkörnern geköderten Meisenkästen. »Sobald man«, schreibt mir Dr. Weber, »an den unter den Obstbäumen liegenden, zerbissenen Früchten das Vorhandensein und schädliche Wirken eines Siebenschläfers erkundet hat, stellt man den Meisenschlag wie für einen Vogel in eine Astgabel. Unser Bilch geht dem Hanfe nach, wirft den Schlag ein, ergibt sich ruhig in die Gefangenschaft und schläft den Schlaf der Gerechten, anstatt den Kastendeckel aufzuheben oder die dünnen seitlichen Holzstäbe zu zernagen und sich so Wege zur Freiheit zu bahnen.« In Unterkrain erbeuten ihn die Bauern in Schnellfallen, welche sie entweder an den Aesten aufhängen oder vor den ihnen genau bekannten Schlupfwinkel des Siebenschläfers aufstellen und mit einer saftigen Birne oder Pflaume ködern. Außerdem gräbt man theilweise mit Obst gefüllte Fässer in die Erde, welche oben nur einen Zugang haben, ein Rohr nämlich, in welchem Eisendrähte so befestigt werden, daß sie wohl das Hineinschlüpfen, nicht aber das Herauskommen des Bilches gestatten. Hier fangen sich die Thiere oft in so großer Menge, daß mancher Jäger während eines Herbstes zwei- bis vierhundert Stück erbeuten kann. Der Siebenschläfer wird verhältnismäßig selten in der Gefangenschaft gehalten. Es läßt sich von vornherein erwarten, daß ein so großer Fresser geistig nicht sehr befähigt sein, überhaupt nicht viele gute Eigenschaften haben kann. Sein Wesen ist nicht gerade angenehm, seine größte Tugend die Reinlichkeit; im übrigen wird er langweilig. Er befindet sich fortwährend in gereizter Stimmung, befreundet sich durchaus nicht mit seinem Pfleger und knurrt in eigenthümlich schnarchender Weise jeden wüthend an, welcher sich erfrecht, ihm nahe zu kommen. Dem, welcher ihn ungeschickt angreift, beweist er durch rasch aufeinanderfolgende Bisse in sehr empfindlicher Weise, daß er keineswegs geneigt sei, sich irgendwie behelligen zu lassen. Nachts springt er wie rasend im Käfige umher und wird schon deshalb seinem Besitzer bald sehr lästig. Er muß auf das sorgfältigste gepflegt, namentlich gefüttert werden, damit er sich nicht durch den Käfig nagt oder einen und den andern seiner Gefährten auffrißt; denn wenn er nicht genug Nahrung hat, geht er ohne weiteres andere seiner Art an und ermordet und verzehrt sie ebenso ruhig wie andere kleine Thiere. Auch die im Käfige geborenen Jungen sind und bleiben ebenso unliebenswürdig wie die Alten. Der Baumschläfer (Myoxus Dryas, M. Nitedulae), gewissermaßen ein Mittelglied zwischen Sieben- und Gartenschläfer, erreicht im ganzen eine Länge von 17 Centim., wovon etwa die Hälfte auf den Schwanz kommt, und ist auf dem Kopfe und der Oberseite röthlichbraun oder bräunlichgrau, auf der Unterseite scharf abgesetzt weiß gefärbt. Unter den Augen beginnt ein schwarzer Streifen, umfaßt, sich erweiternd, die Augen und setzt sich bis zu den Ohren fort; hinter diesen steht ein schmutzig grauweißer Fleck. Der Schwanz ist oben dunkelbraungrau, in der Spitze etwas lichter, unten weiß. Vom südlichen Rußland, dem Mittelpunkte seines Heimatkreises, verbreitet sich der Baumschläfer nach Westen hin bis Ungarn, Niederösterreich und Schlesien, kommt hier jedoch immer nur selten vor.

 

Gartenschläfer & Siebenschläfer

 

In seiner Lebensweise stimmt er, soviel bis jetzt bekannt, mit Sieben- und Gartenschläfer im wesentlichen überein.

Die Sippe der Gartenbilche (Eliomys) unterscheidet sich wenig, hauptsächlich durch ihr Gebiß, von der vorhergehenden. Bei dem Siebenschläfer schleifen sich die Zähne auf der Krone flach ab, bei den Gartenschläfern dagegen hohl aus. Dort hat der erste Backenzahn im Ober- und Unterkiefer sechs, die drei folgenden unten sieben, die letzte im Oberkiefer acht Querleisten, hier deren nur fünf. Aeußerlich kennzeichnet die Gartenschläfer ihr an der Wurzel kurz und anliegend, an der Spitze lang behaarter, buschiger, zweifarbiger Schwanz. Die Ober- und Unterseiten des Körpers sind verschiedenfarbig.

Der Gartenschläfer, Gartenbilch oder die große Haselmaus (Eliomys Nitela, Mus, Sciurus und Myoxus quercinus, Myoxus Nitela) erreicht eine Körperlänge von höchstens 14 Centim., bei einer Schwanzlänge von 9,5 Centim. Der Kopf ist wie die Oberseite röthlichgraubraun, die Unterseite weiß. Um das Auge läuft ein glänzend schwarzer Ring, welcher sich unter dem Ohre bis an die Halsseiten fortsetzt; vor und hinter dem Ohre befindet sich ein weißlicher, über demselben ein schwärzlicher Fleck. Der Schwanz ist in der Wurzelhälfte graubraun, in der Endhälfte zweifarbig, oben schwarz und unten weiß. Die Haare der Unterseite sind zweifarbig, ihre Wurzeln grau, ihre Spitzen weiß, bisweilen schwachgelblich oder graulich angeflogen. Beide Hauptfarben trennen sich scharf von einander. Die Ohren sind fleischfarbig, die Schnurren schwarz, weißspitzig, die Krallen lichthornfarben, die oberen Vorderzähne lichtbraun, die unteren lichtgelb. Schön dunkelschwarzbraune Augen verleihen dem Gartenschläfer ein kluges, gewecktes Ansehen. Der Gartenschläfer, welcher schon den alten Römern unter dem Namen »Nitela« bekannt war, gehört hauptsächlich den gemäßigten Gegenden des mittleren und westlichen Europa an: Frankreich, Belgien, die Schweiz, Italien, Deutschland, Ungarn, Galizien, Siebenbürgen und die russischen Ostseeprovinzen sind seine Heimat. In Deutschland ist er in manchen Gegenden, z.B. am Harze, recht häufig. Er bewohnt die Ebene wie das Hügelland, lieber aber doch Berggegenden, und hier vorzugsweise Laubwaldungen, obgleich er auch im Schwarzwalde vorkommt und nicht allzuselten in niederen Gebüschen oder in Gärten sich einstellt. In der Schweiz steigt er im Gebirge bis in die Nähe der Gletscher empor. Seine Nahrung ist die des Siebenschläfers; doch holt er sich aus den Häusern der Bergbewohner Fett und Butter, Speck und Schinken und frißt junge Vögel und Eier vielleicht noch lieber und mehr als sein langsamerer Verwandter, den er im Klettern und Springen unbedingt überbietet. Sein Nest unterscheidet sich von dem des Siebenschläfers dadurch, daß es frei steht; doch bezieht er unter Umständen auch Schlupfwinkel im Gemäuer, alte Rattenlöcher, Maulwurfgänge und andere Höhlungen im Gestein und in der Erde, bettet sie sich mit weichem Moose aus und macht sie sich so behaglich als möglich. Alte Eichhornhorste werden von ihm sehr gern als Wohnung benutzt; im Nothfalle baut er sich auch selbst ein Nest und hängt dieses frei zwischen Baumzweige. In der ersten Hälfte des Mai paaren sich die Geschlechter. Mehrere Männchen streiten oft lebhaft um ein Weibchen, verfolgen sich gegenseitig unter fortwährendem Zischen und Schnauben und rasen förmlich auf den Bäumen umher. So friedlich sie sonst sind, so zänkisch, boshaft, bissig, mit einem Worte streitlustig, zeigen sie sich jetzt, und die ernsthaftesten Gefechte werden mit einer Wuth ausgefochten, welche man kaum von ihnen erwarten sollte: häufig genug kommt es vor, daß einer der Gegner von dem andern todtgebissen und dann sofort aufgefressen wird. Nach vierundzwanzigtägiger bis monatlicher Tragzeit wirft das Weibchen vier bis sechs nackte, blinde Junge, meistens in einem hübsch zubereiteten, freistehenden Neste, gern in einem alten Eichhörnchen- oder Raben-, sonst auch in einem Amsel- oder Drosselneste, welche letzteren unter Umständen gewaltsam in Besitz genommen und sodann mit Moos und Haaren ausgepolstert, auch bis auf eine kleine Oeffnung ringsum geschlossen werden. Die Mutter säugt die Jungen längere Zeit, trägt ihnen auch, wenn sie schon fressen können, eine hinreichende Menge von Nahrungsmitteln zu. Kommt man zufällig an das Nest und will versuchen, die Jungen auszunehmen, so schnaubt die sorgende Alte den Feind mit funkelnden Augen an, fletscht die Zähne, springt nach Gesicht und Händen und macht von ihrem Gebisse den allerausgedehntesten Gebrauch. Merkwürdig ist, daß der sonst so reinliche Gartenschläfer sein Nest im höchsten Grade schmutzig hält. Der stinkende Unrath, welcher sich in demselben anhäuft, bleibt liegen und verbreitet mit der Zeit einen so heftigen Geruch, daß nicht bloß die Hunde, sondern auch geübte Menschen aus ziemlicher Entfernung eine solche Kinderwiege wahrzunehmen im Stande sind. Nach wenigen Wochen haben die Jungen bereits die Größe der Mutter erreicht und streifen noch eine Zeit lang in der Nähe ihres Lagers umher, um unter der Obhut und Leitung der Alten ihrer Nahrung nachzugehen. Später beziehen sie ihre eigene Wohnung, und im nächsten Jahre sind sie fortpflanzungsfähig. Bei besonders günstigem Wetter wirft das Weibchen auch wohl zum zweiten Male in demselben Jahre. Zum Abhalten des Winterschlafes sucht sich der Gartenschläfer trockene und geschützte Baum- und Mauerlöcher, auch Maulwurfshöhlen auf oder kommt an die im Walde stehenden Gehöfte, in Gartenhäuser, Scheuern, Heuböden, Köhlerhütten und andere Wohngebäude, um dort sich zu verbergen. Gewöhnlich findet man ihrer mehrere schlafend in einem Neste, die ganze Gesellschaft dicht zusammengerollt, fast in einem Knäuel verschlungen. Sie schlafen ununterbrochen, doch nicht so fest als andere Winterschläfer; denn so oft milde Witterung eintritt, erwachen sie, zehren etwas von ihren Nahrungsvorräthen und verfallen erst bei erneuter Kälte wieder in Schlaf. Abweichend von den übrigen Winterschläfern zeigen sie während ihres bewußtlosen Zustandes Empfindlichkeit gegen äußere Reize und geben dies, wenn man sie berührt oder mit einer Nadel sticht, durch schwache Zuckungen und dumpfe Laute zu erkennen. Selten erscheinen sie vor Ende Aprils wieder im Freien, fressen nun zunächst ihre Nahrungsvorräthe auf, und beginnen sodann ihr eigentliches Sommerleben. Der Gartenschläfer ist ein verhaßter Gast in Gärten, in denen feinere Obstsorten gezogen werden. Ein einziger reicht hin, eine ganze Pfirsich- oder Aprikosenernte zu vernichten. Bei seinen Näschereien zeigt er einen Geschmack, welcher ihm alle Ehre macht. Nur die besten und saftigsten Früchte sucht er sich aus, benagt aber oft auch andere, um sie zu erproben, und vernichtet so weit mehr, als er eigentlich frißt. Es gibt kein Schutzmittel, ihn abzuhalten; denn er weiß jedes Hindernis zu überwinden, klettert an den Spalieren und Bäumen hinan, schlüpft durch die Maschen der Netze, welche über sie gespannt sind, oder durchnagt sie, wenn sie zu eng gemacht wurden, stiehlt sich selbst durch Drahtgeflechte. Bloß dasjenige Obst, welches spät reift, ist vor ihm gesichert; denn um diese Zeit liegt er bereits schafend in seinem Lager. Da er nun den Menschen nur Schaden zufügt und weder durch sein Fleisch noch durch sein Fell den geringsten Nutzen bringt, wird er von Gartenbesitzern, welche am empfindlichsten von ihm gebrandschatzt werden, eifrig verfolgt und vernichtet. Die besten Fallen, welche man ihm stellen kann, sind wohl Drahtschlingen, die man vor den Spalieren aufhängt, oder kleine Tellereisen, welche man passend aufstellt. Besser als alle solche Fallen schützt den Garten eine gute Katze vor diesem zudringlichen Gaudiebe. Marder, Wiesel, Uhu und Eulen stellen ihm ebenfalls eifrig nach; Gutsbesitzer also, welche dem Walde nahe wohnen, thuen entschieden wohl, wenn sie diese natürlichen Feinde nach Möglichkeit schonen. Für die Gefangenschaft eignet sich der Gartenschläfer ebensowenig als der Bilch. Selten gewöhnt er sich an den Menschen, und bei jeder Ueberraschung bedient er sich sofort seiner scharfen Zähne, oft in recht empfindlicher Weise. Dabei hat er die unangenehmen Eigenschaften des Siebenschläfers, verhält sich still bei Tage und tobt bei Nacht in seinem Käfige umher, versucht Stäbe und Gitter durchzunagen oder durchzubrechen und rast, wenn letzteres ihm gelingt, im Zimmer herum, daß man meint, es wären wohl ihrer zehn, welche einander umherjagten. Was im Wege steht, wird dabei umgeworfen und zertrümmert. Nicht leicht gelingt es, den einmal freigekommenen Gartenschläfer wieder einzufangen. Am besten ist immer noch das alte, bewährte Mittel, ihm allerlei hohle Gegenstände, namentlich Stiefeln und Kasten, welche auf der einen Seite geschlossen sind, an die Wand zu legen, in der Hoffnung, daß er bei seinem eilfertigen Jagen in solche laufen werde. Von dem räuberischen Wesen der Thiere kann man sich an den gefangenen leicht überzeugen. Sie zeigen die Blutgier des Wiesels neben der Gefräßigkeit anderer Bilche, stürzen sich mit wahrer Wuth auf jedes kleinere Wirbelthier, welches man zu ihnen bringt, erwürgen einen Vogel im Nu, eine bissige Maus trotz aller Gegenwehr nach wenigen Minuten, fallen selbst über einander her. »Beim Zusammensperren mehrerer Gartenschläfer«, bemerkt Weber, »hat man stets darauf zu achten, daß sie erstens fortwährend genügendes Futter, Nüsse, Bücheln, Obst, Milchbrod, Hanf, Leinsamen usw., und Trinkwasser haben, und zweitens, daß sie durch mäßige Wärme des Raumes, in welchem sie sich befinden, wach erhalten, d.h. vor dem Winterschlafe bewahrt werden. Hunger führt unabwendbar Kämpfe unter ihnen herbei, deren Ausgang der Tod des einen und das Aufzehren von dessen Leichnam ist, und der Winterschlaf wird dem von ihm Bestrickten ebenso verderblich wie dem Besiegten sein Unterliegen. Verfällt einer von mehreren gemeinsam in einem Käfige hausenden Gartenbilchen in Winterschlaf, während die übrigen noch wach sind, so ist er verloren; die sauberen Genossen machen sich über den Entschlafenen her, beißen ihn todt und zehren ihn auf. Dasselbe ist der Fall, wenn mehrere im Winterschlafe liegende Gartenbilche nacheinander munter werden: der zuerst aufgewachte tödtet dann einen der hülflosen Schläfer nach dem anderen. Der gewöhnliche Tagesschlaf wird aus dem Grunde nicht so gefährlich, weil der Ueberfallene schnell erwacht und seiner Haut sich wehrt. Am hübschesten nehmen sich gefangene Gartenschläfer aus, wenn man sie in einem weiten, oben und unten vergitterten und dadurch luftig gemachten Rundglase unterbringt und ihnen ein Kletterbäumchen herrichtet, auf welchem sie umherspringen müssen. In gewöhnlichen Käfigen hängen sie, auch wenn sie munter sind, regelmäßig an dem Gitter, nehmen hier ungewöhnliche Stellungen an und verlieren dadurch viel von ihrer Schönheit und Anmuth.«

Die dritte Sippe der Familie, welche die Mäusebilche (Muscardinus) umfaßt, unterscheidet sich ebenfalls hauptsächlich durch das Gebiß von den vorigen. Der erste obere Backenzahn hat zwei, der zweite fünf, der dritte sieben, der vierte sechs, der erste untere drei und die drei folgenden sechs Querleisten. Auch sind die Ohren kleiner als bei den vorigen. Der Schwanz ist seiner ganzen Länge nach gleichmäßig und ziemlich kurz behaart. In Europa lebt nur eine einzige Art dieser Sippe, die Haselmaus (Muscardinus avellanarius, Mus avellanarius und corilinum, Myoxus avellanarius, speciosus und muscardinus), eines der niedlichsten, anmuthigsten und behendesten Geschöpfe unter allen europäischen Nagethieren, ebenso ausgezeichnet durch zierliche Gestalt und Schönheit der Färbung wie durch Reinlichkeit, Nettigkeit und Sanftheit des Wesens. Das Thierchen ist ungefähr so groß wie unsere Hausmaus: seine Gesammtlänge beträgt 14 Centim., wovon fast die Hälfte auf den Schwanz kommt. Der dichte und anliegende, aus mittellangen, glänzenden und weichen Haaren bestehende Pelz ist gleichmäßig gelblichroth, unten etwas heller, an der Brust und der Kehle weiß, Augengegend und Ohren sind hellröthlich, die Füße roth, die Zehen weißlich, die Oberseite des Schwanzes ist bräunlichroth. Im Winter erhält die Oberseite, namentlich die letzte Hälfte des Schwanzes, einen schwachen, schwärzlichen Anflug. Dies kommt daher, weil das frische Grannenhaar schwärzliche Spitzen hat, welche sich später abnutzen und abschleifen. Junge Thiere sind lebhaft gelblichroth. Mitteleuropa ist die Heimat der kleinen Haselmaus: Schweden und England scheinen ihre nördlichste, Toskana und die nördliche Türkei ihre südlichste Grenze zu bilden; ostwärts geht sie nicht über Galizien, Ungarn und Siebenbürgen hinaus. Besonders häufig ist sie in Tirol, Kärnten, Steiermark, Böhmen, Schlesien, Slavonien und in dem nördlichen Italien, wie sie überhaupt den Süden in größerer Anzahl bewohnt als den Norden. Ihre Aufenthaltsorte sind fast dieselben wie die ihrer Verwandten, und auch ihre Lebensweise erinnert lebhaft an die beschriebenen Schläfer. Sie gehört ebensogut der Ebene wie dem Gebirge an, geht aber in letzterem nicht über den Laubholzgürtel nach oben, steigt also höchstens zwei tausend Meter über das Meer empor. Niederes Gebüsch und Hecken, am allerliebsten Haselnußdickichte, bilden ihre bevorzugten Wohnsitze. Bei Tage liegt die Haselmaus irgendwo verborgen und schläft, nachts geht sie ihrer Nahrung nach. Nüsse, Eicheln, harte Samen, saftige Früchte, Beeren und Baumknospen bilden diese; am liebsten aber verzehrt sie Haselnüsse, welche sie kunstreich öffnet und entleert, ohne sie abzupflücken oder aus der Hülse zu sprengen. Auch den Beeren der Eberesche geht sie nach und wird deshalb nicht selten in Dohnen gefangen. Sie lebt in kleinen, nicht gerade innig verbundenen Gesellschaften. Jede einzelne oder ihrer zwei zusammen bauen sich in recht dichten Gebüschen ein weiches, warmes, ziemlich künstliches Nest aus Gras, Blättern, Moos, Würzelchen und Haaren, und durchstreifen von hier aus nächtlich ihr Gebiet, fast immer gemeinschaftlich mit anderen, welche in der Nähe wohnen. Als echte Baumthiere klettern sie wundervoll selbst im dünnsten Gezweige herum, nicht bloß nach Art der Eichhörnchen und anderer Schläfer, sondern auch nach Art der Affen; denn oft kommt es vor, daß sie sich mit ihren Hinterbeinen an einem Zweige aufhängen, um eine tiefer hängende Nuß zu erlangen und zu bearbeiten, und ebenso häufig sieht man sie gerade so sicher auf der oberen wie an der unteren Seite der Aeste hinlaufen, ganz in der Weise jener Waldseiltänzer des Südens.

 

haselmaus

 


Selbst auf ebenem Boden sind sie noch recht hurtig, wenn sie auch sobald als möglich ihr luftiges Gebiet wieder aufsuchen. Ihre Fortpflanzungszeit fällt erst in den Hochsommer; selten paaren sich die Geschlechter vor dem Juli. Nach ungefähr vierwöchentlicher Tragzeit, also im August, wirft das Weibchen drei bis vier nackte, blinde Junge in sein kugelförmiges, sehr zierlich und künstlich aus Moos und Gras erbautes, innen mit Thierhaaren ausgekleidetes Sommernest, welches regelmäßig im dichtesten Gebüsche und etwa meterhoch über dem Boden zu stehen pflegt. Die Kinderchen wachsen außerordentlich schnell, saugen aber doch einen vollen Monat an der Alten, wenn sie auch inzwischen schon so groß geworden sind, daß sie ab und zu das Nest verlassen können. Anfangs treibt sich die Familie auf den nächsten Haselsträuchern umher, spielt vergnüglich und sucht dabei Nüsse. Bei dem geringsten Geräusche eilt alles nach dem Neste zurück, dort Schutz zu suchen. Noch ehe die Zeit kommt, wo sie Abschied nehmen von den Freuden des Lichtes, um sich in ihre Winterlöcher zurückzuziehen, sind die Kleinen bereits fast so fett geworden wie ihre Eltern. Um die Mitte des Oktober ziehen sie sich wie letztere in den Schlupfwinkel zurück, wo sie den Wintervorrath eingesammelt, und bereiten sich aus Reisern, Laub, Nadeln, Moos und Gras eine kugelige Hülle, in welche sie sich gänzlich einwickeln, rollen sich zum Knäuel zusammen und fallen in Schlaf, tiefer noch als ihre Verwandten; denn man kann sie in die Hand nehmen und in derselben herumkugeln, ohne daß sie irgend ein Zeichen des Lebens von sich geben. Je nach der Milde oder Strenge des Winters durchschlafen sie nun ihre sechs bis sieben Monate, mehr oder weniger unterbrochen, bis die schöne, warme Frühlingssonne sie zu neuem Leben wach ruft. Es hält schwer, eine Haselmaus zu bekommen, so lange sie vollkommen munter ist, und wohl nur zufällig erlangt man sie in dieser oder jener Falle, welche man an ihren Lieblingsorten aufstellte und mit Nüssen oder anderer Nahrung köderte. Häufiger erhält man sie im Spätherbste oder Winter beim Laubrechen und Stöckeroden. Entweder frei unter dürren Blättern oder in ihrem Neste liegend und winterschlafend, werden sie mit dem Werkzeuge an das Tageslicht geschleudert und verrathen sich durch einen feinen, piependen Laut dem einigermaßen achtsamen Arbeiter, welcher sie, wenn er sie kennt, dicht in Moos einhüllt, mit sich nach Hause nimmt und bis auf weiteres einbauert oder einem Thierfreunde überliefert. Hält dieser sie einmal in der Hand, so hat er sie auch schon so gut als gezähmt. Niemals wagt sie, sich gegen ihren Bewältiger zur Wehre zu setzen, niemals versucht sie, zu beißen; in der höchsten Angst gibt sie bloß einen quietschenden oder hellzischenden Laut von sich. Bald aber fügt sie sich in das Unvermeidliche, läßt sich ruhig in das Haus tragen und ordnet sich ganz und gar dem Willen des Menschen unter, verliert auch ihre Scheu, doch nicht ihre angeborene Schüchternheit und Furchtsamkeit. Man ernährt sie mit Nüssen, Obstkernen, Obst und Brod, auch wohl Weizenkörnern. Sie frißt sparsam und bescheiden, anfangs bloß des Nachts, und trinkt weder Wasser noch Milch. Ihre überaus große Reinlichkeit und die Liebenswürdigkeit und Verträglichkeit, welche sie gegen ihres Gleichen zeigt, die hübschen Bewegungen und lustigen Geberden machen sie zum wahren Lieblinge des Menschen. In England wird sie als Stubenthier in gewöhnlichen Vogelbauern gehalten und ebenso wie Stubenvögel zum Markte gebracht. Man kann sie in dem feinsten Zimmer halten; denn sie verbreitet durchaus keinen Gestank und gibt nur im Sommer einen bisamähnlichen Geruch von sich, welcher aber so schwach ist, daß er nicht lästig fällt. Auch in der Gefangenschaft hält die Haselmaus ihren Winterschlaf, wenn die Oertlichkeit eine solche ist, welche nicht immer gleichmäßig warm gehalten werden kann. Sie versucht dann, sich ein Nestchen zu bauen, und hüllt sich in dieses oder schläft in irgend einer Ecke ihres Käfigs. Bringt man sie wieder in die Wärme, z.B. zwischen die warme Hand, so erwacht sie, bald aber schläft sie wieder ein. Dr. F. Schlegel hat längere Zeit Haselmäuse beobachtet, um den Winterschlaf zu studiren. Er pflegte das schlafende Thierchen oft auf einen kleinen, eigens gebauten Lehnstuhl zu setzen, in welchem es sich dann überaus komisch ausnahm. »Da sitzt sie«, schreibt er mir, »gemächlich in den Armstuhl gelehnt, eine Pelzkugel, den Kopf auf die Hinterfüße gestützt, den Schwanz seitwärts über das Gesicht gekrümmt, mit dem Ausdrucke des tiefsten Schlafes im Gesichte, die Mundwinkel krampfhaft auf- und eingezogen, so daß die langen Bartborsten, sonst fächerförmig ausstrahlend, wie ein langhaariger Pinsel über die Wangen hinauf- und hinausragen. Zwischen den festgeschlossenen Augen und dem Mundwinkel wölbt sich die eingeklemmte Wange hervor; die zur Faust geballten Zehen der Hinterfüße drücken im tiefsten Schlafe so fest auf die Wange, daß die Stelle mit der Zeit zum kahlen Flecke wird. Ebenso drollig wie dieses Bild des Schlafes erscheint das erwachende Thier. Nimmt man es in die hohle Hand, so macht sich die von da überströmende Wärme gar bald bemerklich. Die Pelzkugel regt sich, beginnt erkennbar zu athmen, reckt und streckt sich, die Hinterfüße rutschen von der Wange herunter, die Zehen der eingezogenen Vorderfüße kommen unter dem Kinne tief aus dem Pelze heraus zum Vorscheine, und der Schwanz gleitet langsam über den Leib herab. Und dabei läßt sie Töne hören wie Pfeifen oder Piepen, feiner noch und durchdringender als die der Spitzmäuse. Sie zwinkert und blinzelt mit den Augen, das eine thut sich auf, aber wie geblendet kneift es der Langschläfer schnell wieder zu. Das Leben kämpft mit dem Schlafe, doch Licht und Wärme siegen. Noch einmal lugt das eine der schwarzen Perlenaugen scheu und vorsichtig aus der schmalen Spalte der kaum geöffneten und nach den Winkeln hin geradezu verklebten Lider hervor. Der Tag lächelt ihm freundlich zu. Das Athmen wird immer schneller und immer tiefer. Noch ist das Gesichtchen in verdrießliche Falten gelegt; doch mehr und mehr macht sich das behagliche Gefühl der Wärme und des rückkehrenden Lebens geltend. Die Furchen glätten, die Wange verstreicht, die Schnurren senken sich und strahlen auseinander. Da auf einmal, nach langem Zwinkern und Blinzeln, entwindet sich auch das andere Auge dem Todtenschlafe, der es umnachtete, und trunken noch staunt das Thierchen behaglich in den Tag hinaus. Endlich ermannt es sich und sucht ein Nüßchen zur Entschädigung für die lange Fastenzeit. Bald ist das Versäumte nachgeholt, und die Haselmaus ist - munter? nein, immer noch wie träumend mit den Freuden des nahenden Frühlings beschäftigt, und bald genug gewahrt sie ihren Irrthum, sucht ihr Lager wieder auf und schläft ein von neuem, fester und fester zur Kugel sich zusammenrollend.«

 

Originaltext von Alfred Edmund Brehm: "Thierleben" 1864-69

 

bilch-info Literatur:

 

Horst Schmidt. 1981. Nagetiere, Biologische Besonderheiten, Arten, Haltung und Zucht

 

Feldhamer, G. A., L. C. Drickamer, S. H. Vessey, and J. F. Merritt. 1999. Mammalogy. Adaptation, Diversity, and Ecology. WCB McGraw-Hill, Boston.

 

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Paradiso, J. L. 1975. Walker's Mammals of the World, Third Edition. Johns Hopkins University Press, Baltimore.

Savage, R. J. G. and M. R. Long. 1986. Mammal Evolution, an Illustrated Guide. Facts of File Publications, New York.

 

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Wilson, D. E., and D. M. Reeder. 1993. Mammal Species of the World, A Taxonomic and Geographic Reference. 2nd edition. Smithsonian Institution Press, Washington. xviii+1206 pp.Feldhamer, G. A., L. C. Drickamer, S. H. Vessey, and J. F. Merritt. 1999. Mammalogy. Adaptation, Diversity, and Ecology. WCB McGraw-Hill, Boston.

 

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